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In der Bergwerkssteuerrolle von 1812, einem amtlichen Grubenverzeichnis, wird Ludwig Kolping, Müller in Kenten als
Besitzer von zwei Klüttengruben erwähnt. Sein Sohn Jakob erwarb 1841 die Grube „Florentine“ bei Brühl-Badorf, die er auch bis 1861 betrieb. 1859 errichtete Jakob Kolping dann in Buir eine Dampfmühle, zu
der später auch eine Branntweinbrennerei hinzukam. Ende der 70er Jahre ging die Mühle in den Besitz von Anton und Ludwig Kolping über.
Sein Sohn Anton Kolping war Brennereibesitzer in Buir. Auch er erwarb Anteile an Braunkohlengruben. 1884 entschloss er sich zudem zur Errichtung einer Brikettfabrik bei Horrem. Das Kapital sollte über die
Ausgabe von Aktien aufgebracht werden. Hierzu wurde am 31.10.1884 in Brüssel die „Compagnie Belge-Rhénane du Lignite Comprimé“ als Société Anonyme gegründet. Diese Belgisch-Rheinische AG
für Braunkohlenbrikettts errichtete 1886/87 die Horremer Brikettfabrik. Am 13.April 1888 schloß sich Kolping mit zwei weiteren Männern zur „Gewerkschaft Maria Theresia“ zusammen, mit dem Ziel eine
weitere Brikettfabrik in Herzogenrath zu errichten. Am 18. August 1891 bildete er zusammen mit dem Bauunternehmer Hans Simons die „Gewerkschaft Sibyllagrube“, die 1892 die erste Frechener
Brikettfabrik „Sibylla“ errichtete. Die Kapitalaufbringung bereitete Schwierigkeiten, so dass Simons bereits 1894 aus der Gewerkschaft ausschied. Und auch Kolping konnte keine einheimischen Geldgeber
gewinnen, so dass schließlich um die Jahreswende 1897/98 die Breslauer Disconto-Bank und die die AG für Mantan-Industrie Berlin den Betrieb übernahmen. Etwa zeitgleich verkaufte Kolping auch die
Gewerkschaft Grefrath an die Berliner Finanzgruppe.
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