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 Briefe, Fotos und Karten aus der Zeit des 2. Weltkrieges

Mädchenuniform

Josef und Cäcilie Riefert,
an sie schrieb er das 
Lebenszeichen (unten)

 

 

Am 25. Wohnung zerstört
wohnen unmöglich

Von Josef Riefert stammt nicht nur dieses Lebenszeichen. Er schrieb auch die nachfolgenden Zeilen (Ausschnitte aus Briefen an seine Frau). Josef Riefert musste als Postbeamter in Buir bleiben, während seine Familie bei Verwandten untergebracht war.

28.11.1944
Als ich am Samstagabend 25.11.nach Hause kam, war unser Haus zerstört.In Rixens Garten und Hof waren 2 Bomben gefallen.Traudchen und 1 Mann sind tot. Jetzt sitze ich hier, habe die Nacht dann noch in der Küche geschlafen. Der Soldat hatte die Fenster etwas zugehangen und gut geheizt.Dann kam auch noch der Herr Kaplan und er meinte, ich sollte die Möbel in den Keller bringen. Ich hätte sie auch in einem Raum in der Fabrik unterstellen können, aber der Raum war groß und nicht zu verschließen.

Nun habe ich am Sonntag Betten, Stühle, Bettzeug usw. in den Keller geschafft und aufgestapelt. Hier bekam ich den Schlüssel auch nicht von der Tür. Als ich nun gestern morgen kam, waren alle Türen auf. Der Flur stand von vorn bis hinten voller großer Kisten und in der Küche hausten ca. 20 Soldaten, sämtliches Geschirr und Töpfe in Benutz, Schränke aufgerissen, im Keller die aufgestapelten Kisten auseinandergerissen. Ein Kaninchen fehlte im Stall, war aber nachdem ich aufmuckte nachher wieder da. Ich habe dann die Tiere und einige Kleinigkeiten zu Meuters gebracht. Als ich nachmittags wieder ins Haus kam, stand Wasser im Keller. Es kam aus dem Graben von draußen, der zugefahren ist, und die Soldaten, die ihr Wasser am Güterschuppen holen, ließen das Wasser in den Graben laufen. Wenn das so weiter geht, ist in ein paar Tagen alles versoffen. Ich stehe ratlos dem gegenüber und bekomme auch keine Hilfe, weil alle packen um von hier zu verschwinden. ...

3.12.1944
Hoffentlich habt ihr die Nachricht vom 25.11. erhalten. Ich bin doch froh, daß Ihr dort seit, denn in Buir ist nichts mehr zu wollen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag hat die Arie schwer hereingeschossen, beim Kaplan direkt in den Vorgarten, alles kaputt! Am Freitag bin ich noch einmal mit dem Rad nach Buir gefahren, weil die Bahnstrecke zerstört war. Als ich bei Meuters ankam, waren diese im Aufbruch. Die hatten einen großen Wagen und eine Karre, die konnten wenigstens
Bettzeug mitnehmen. Das Vieh haben sie dagelassen. Es ist traurig, wie alles im Stich gelassen wird. In der Nacht hat die Arie wieder ins Dorf geschossen. Viele sind in der Nacht noch losgezogen. Im allgemeinen hört man, sobald die Häuser leer
sind, die Soldaten sich über die zurückgelassenen Sachen hermachen. Auch wir sind tüchtig arm geworden, aber wir wollen das Gottvertrauen nicht verlieren und alles in seine Hand legen.

10.12.1944
Soeben komme ich vom Mittagessen, was ich seit Mittwoch von der NSV bekomme, zurück und will Euch einen Sonntagsgruß schreiben Es sind ja schwere Tage der Prüfung, die wir durchzumachen haben.. Wenn man das Leid und Elend hier alle Tage sieht,tut einem das Herz weh. Gestern traf ich Heinrich H. mit seiner Frau hier im Auffanglager. Sie mußten binnen weniger Stunden aus ihrem Haus. Er weinte bitterlich, du kannst dir denken, daß die alten kranken Leute so alles verlassen mußten. Ich war auch nochmal in unserem Haus. Du kannst Dir nicht vorstellen, wie es da aussieht. Es ist ein richtiges Trauerspiel...

19.2.1945
In Buir muß es in den letzten Tagen auch nicht geheuer gewesen sein. Herr und Frau Buff sind durch Bomben tot geblieben. Auf der Talstraße ist ein Haus teilweise abgebrannt. Unser Pastor hat sich der gegenwärtigen Lage angepaßt. Jeden Sonntag in
allen hl. Messen erteilt er die Generalabsolution und dann sollen alle zur hl. Kommunion gehen...

 

Aus der Zeit der Britischen Zone:

Vorderseite der vorläufigen Registrierung:

Rückseite der vorläufigen Registrierung, wahrscheinlich wurde damals
 bereits Recycling aus Papiernot angewendet!

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