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Im Jahr 1988 machte sich der Jugendchor Buir in den Osterferien
auf eine zweiwöchige Konzertreise nach Durham/England. Dabei stand natürlich auch ein Abstecher in die Hauptstadt London auf dem Programm. Ganz fasziniert lauschte man den Glockenklängen des berühmten
Big Ben.
Nachdem wir wieder in die Heimat zurückgekehrt waren, fuhr ich
wenige Wochen später an einem Freitagnachmittag mit dem Fahrrad durch Buir und kam an der Kirche vorbei. Es war 16.00 Uhr und normalerweise wurde dies ganz normal mit 4 Glockenschlägen akustisch
kundgetan. Aber nicht an diesem Tag. Es klang irgendwie anders als sonst, aber doch irgendwie bekannt. Während ich noch
überlegte, woher ich diesen „Sound“ kannte, fiel ich vor Überraschung fast vom Fahrrad, denn es waren tatsächlich die gleichen Klänge wie beim Big Ben in London.
Als ich nach Hause kam, fragte ich natürlich in meiner Familie nach, ob sie denn auch schon die neuen Klänge der Buirer Kirchenglocken vernommen hätte. Alle hatten im Laufe der vergangenen Tage bemerkt, daß irgendwas anders war,
aber keiner konnte sich erklären, wie das zustande kam. Natürlich wurde dies zum Gesprächsthema Nr. 1 in Buir, überall diskutierte man darüber, daß die Kirche ein neues Glockenspiel hatte.
Eine Woche später wurde dieses Thema natürlich auch während
unserer Chorprobe diskutiert, denn auch von uns hatten viele bemerkt, daß seit einiger Zeit die Klänge des Big Ben vom Buirer Kirchturm hallten. Während wir so darüber sprachen, fing eine unserer
„Sangesschwestern“ an zu schmunzeln und sagte nur: „Das ist Johannes, mein Mann.“ Verwundert fragten wir sie, wie das
denn sein könnte und sie erklärte uns die Situation:
Besagter Johannes, seines Zeichens Schreinermeister, hatte den Auftrag von
der Kirche erhalten, den Dachstuhl im Glockenturm zu sanieren. Da er für jeden Unsinn zu haben war und „rein zufällig“ kurz zuvor mit dem Jugendchor in England weilte, kam ihm eine glorreiche Idee. Er
schnappte sich zu jeder vollen Stunde zwei Hämmer, sein Lehrling hatte ebenfalls zwei in der Hand und dann kletterten sie zwischen die Glocken, um diese so mit den Hämmern zu bearbeiten, daß der Sound
vom Big Ben entstand. Diese Aktion wurde über einen längeren Zeitraum immer und immer wiederholt und so entstand im Ort natürlich der Eindruck, die Kirche hätte ein neues Glockenspiel. Besonders interessant war, welche Gerüchte in dieser Situation die Runde machten, obwohl die
eigentliche Ursache „des neuen Kirchenglocken-Sounds“ dann doch großes Gelächter zur Folge hatte.
SO ETWAS GIBT ES EBEN NUR AUF DEM DORF !!!
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