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Buir und Buer feiern gemeinsam
VON WILFRIED MEISEN , Kölner Stadtanzeiger, 3.6.2003

Buir rüstet sich zur 1000-Jahr-Feier - Seite an Seite mit Gelsenkirchen-Buer.

Kerpen-Buir - Die Urkunde ist einmalig, doch bei der Auslegung scheiden sich die Geister: Am 1. April 1003 wollte Erzbischof Heribert von Köln dem von ihm gegründeten Kloster Deutz etwas Gutes tun und beschenkte es mit ein paar Gütern auf dem Land - darunter eines in Puira. Die Urkunde darüber, die nur noch als Abschrift existiert, ist von dem Blatzheimer Heimatforscher Hans Elmar Onnau übersetzt worden. Sie lässt seiner Meinung nach nur eine Deutung zu: Gemeint sei das heutige Kerpen-Buir, das so vor einem Jahrtausend erstmals urkundlich erwähnt worden ist, schrieb Onnau vor zwei Jahren in den „Kerpener Heimatblättern“. Er verweist darauf, dass neben Buir auch das benachbarte Eschweiler über Feld bei Düren und Antweiler im Kreis Euskirchen in dem historischen Schriftstück erwähnt würden. Da liege es nahe, dass mit „Puira“ das rheinische Buir gemeint sei.

So sieht es auch Stadtarchivarin Susanne Harke-Schmidt. „Restzweifel bleiben allerdings“, räumt sie ein. Dennoch soll das 1000-jährige Bestehen des fast 4000 Einwohner zählenden Ortes am Wochenende 14. / 15. Juni sowie am Samstag, 21. Juni, groß gefeiert werden.

Zu einer 1000-Jahr-Feier haben für die gleiche Zeit aber auch die rund 100 000 Einwohner im westfälischen Buer - ein Ortsteil von Gelsenkirchen - eingeladen. Sie berufen sich dabei auf die gleiche Urkunde wie die Kerpen-Buirer: „Wir glauben, dass wir dort gemeint sind“, betont Georg Lecher vom „Verein für Orts- und Heimatkunde Gelsenkirchen-Buer.“ Klar sei nämlich, dass das Kloster Deutz in der Region um Buer großen Landbesitz und auch ein Mitspracherecht bei der Besetzung geistlicher Stellen in Buer gehabt habe. Deshalb sei wahrscheinlich, dass die Urkunde auf das westfälische „Buer“ und nicht das rheinische Buir abziele. „Einen abschließenden wissenschaftlichen Beweis gibt es allerdings nicht.“

Was andernorts vielleicht die Basis für einen Historikerstreit gelegt hätte, hat zwischen Kerpen-Buir und Gelsenkirchen-Buer jedoch nicht für böses Blut gesorgt - im Gegenteil: „Einer liegt zwar falsch, wir sehen das aber rheinländisch locker und feiern einfach gemeinsam“, erläutert Buirs Ortsvorsteherin Hedi Reintgen-Cremer: An dem umfangreichen Festprogramm in Buir, das unter tatkräftiger Mithilfe der Ortsvereine auf die Beine gestellt wird, soll so auch eine Delegation aus Gelsenkirchen-Buer teilnehmen. Die soll am Sonntag, 15. Juni, 15 Uhr, als Zeichen der Freundschaft eine Linde auf dem Kirmesplatz pflanzen. Doch auch die Buirer wollen ihren Namensvettern in Westfalen die nötige Ehre erweisen. Reintgen-Cremer: „Unsere Schützen werden dort an einem historischen Festzug teilnehmen.“

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