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Delegation aus Buir plant Visite in Buer
22.02.2003 / LOKALAUSGABE / BUER
Zur 1000-Jahr Feier - Auch der Namensvetter feiert - Herz pflanzt Linde - Jubelfest in Eschweiler von G. Meinert
Nicht nur in Buer, sondern auch in Buir bei Kerpen laufen die
Vorbereitungen zu einer 1000-Jahr-Feier im Juni auf Hochtouren. Die Buirer planen sogar, Buer bei der Jahrtausendfeier mit einer Delegation zu besuchen. "Wir sind ganz gespannt darauf, Buer
kennen zu lernen", sagt Buirs Ortsvorsteherin Hedi Reinken-Krämer, die mit einer Abordnung des dortigen, traditionsreichen Schützenvereins von 1658 an der Buer Parade teilnehmen würde. Auch zum
Schützenverein Buer würde Buir (sprich: Bür) gern Kontakte knüpfen, die Vorsitzender Eberhard Stiller auf WAZ-Anfrage bereits begrüßt hat. Wie mehrfach berichtet, beruft sich Buir bei Kerpen auf
die selbe Urkunde Heriberts I. vom 1. April 1003 wie Buer. Dort ist der Ort "Puira" genannt, den ein Teil der Historiker, die die Urkunde untersuchten, mit unserem Buer gleichsetzt, ein anderer
Teil eben mit Buir. Hier wie dort sind sich Heimatforscher aber einig, dass es bereits vor 1003 erste Ansiedlungen gegeben hat, mithin einer 1000-Jahr-Feier in beiden Orten nichts entgegensteht.
Während in Buer vom 14. Juni bis 20. Juli gefeiert wird, plant das wesentlich kleinere Buir (rd. 4000
Einwohner) sein Jahrtausendfest deutlich kürzer, zufälligerweise aber zum gleichen Zeitpunkt, nämlich vom 13. bis 15. Juni. Neben einem Festakt und einem dreitägigen bunten Programm um den Veranstaltungsort, die Buirer Schule, steht ein historischer Bauernmarkt im Mittelpunkt. Auch eine Festschrift ist in Arbeit, eine Homepage unter http://www.1000-Jahre-Buir.de seit langem im Internet präsent. Am 15. Juni bekommen die Buirer bei ihrem Fest prominenten Besuch aus Buer:
Gartenbauunternehmer Konrad Herz wird gratulieren und eine Linde pflanzen, die an diesem Tag um 15 Uhr feierlich gepflanzt werden soll. Neben "Puira" sind in der Heribert-Urkunde Eschweiler
und Antweiler in der Eifel genannt. Und wen wundert's, dass Escherweiler-Überfeld (gehört zur Stadt Nörvenich, nahe Düren) ebenso eine 1000-Jahr-Feier veranstaltet. Antweiler aber, zur Stadt Mechernich
im Kreis Euskirchen gehörend, feiert nicht: Der 800-Seelen-Ort hat schon vor zehn Jahren gefeiert - ein 1100-Jahr-Fest. Antweiler wurde schon 893 erstmals urkundlich erwähnt.
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Kölner hüten Urkundenschatz
29.03.2003 / LOKALAUSGABE / BUER
Altes Schriftstück vom 1. April 1003 nennt mit "Puira" erstmals Buer von G. Meinert
1000 Jahre Buer - Anlass des Jubiläums ist eine Urkunde vom 1. April 1003, in
dem der Ort "Puira" auftaucht und von dem buersche Heimatforscher fest davon überzeugt sind, dass damit Buer erstmals urkundlich genannt wurde. Dieses Schriftstück, das im Historischen
Archiv in Köln gehütet wird, dokumentiert eine Schenkung des damaligen Erzbischofs Heribert von Köln an die Benedektiner-Abtei Deutz, die kurz zuvor gegründet worden war. Mit den Übertragungen schuf man
dem Kloster eine wirtschaftliche Basis. Die Urkunde, die Jahrhunderte in Deutz gelagert war und nach Auflösung des Klosters 1803 ins Kölner Archiv kam, benennt zwei Oberhöfe in Escuuilere und Antuuilere
(den heutigen Eschweiler und Antweiler) und ein Besitztum des Grafen Balderich und seiner Frau Adela, nämlich "drei Hufen und den Zehnten von vier weiteren Hufen in Puira", die sie der Abtei
schenkten.
Wörtlich heißt es u.a. in der Urkunde in einer Übersetzung des buerschen Heimatforschers Carl Heinrich Lueg: "Darauf bedacht, ihr Seelen-heil zu bewirken, haben sie (Graf Balderich und seine Frau Adela) ein Weiteres getan: Am Tage der Weihe des Altares des Heilands der Welt und seiner Mutter Maria schenkten sie dem Hauptaltar (der Abteikirche zu Deutz) drei Hufen und den Zehnten von vier Hufen in Puira."
Für Carl Heinrich Lueg sprechen "viele gute Gründe" dafür, dass mit Puira unser Buer gemeint ist, "wenn es auch nicht mit letztendlicher und definitiver Sicherheit gesagt werden
kann." Es ist Buers erste urkundliche Erwähnung - vor eben 1000 Jahren. Allerdings, so Lueg, ist die Urkunde selbst zwar auf den 1. April 1003 datiert, aber erst im 12. Jahrhundert angefertigt
worden. Eine Abschrift, eine Kopie, die möglicherweise in einem Streit um Zehntrechte bewusst angefertigt wurde, um zu manipulieren. "Wahrscheinlich hat man bei der Anfertigung zwar auf eine ältere
Vorlage zurückgegriffen, aber deren ursprünglichen Text verfälscht",schreibt der Heimatforscher in einem Aufsatz zur 1000-Jahr-Feier in Buer. Schon 1147 in Buer eine Kirche erwähnt In
dem Text setzt sich Lueg auch kritisch mit dem Thema auseinander, welches Puira denn nun gemeint ist: Das westfälische Buer oder das rheinische Buir (sprich: Bür) bei Kerpen, das sich auf die gleiche
Urkunde beruft und einen "ganz wichtigen" Grund anführt: Antweiler und Eschweiler liegen in Buirs Nachbarschaft. Dennoch fand Lueg in wissenschaftlichen Schriften sechs Argumente, die bei der
Deutung des Namens Puira eher auf das westfälische Buer hinweisen. Die wichtigsten sind laut Lueg: Bei der Verfälschung der Urkunde könnten Besitztümer weggelassen worden sein - so auch welche im
westfälischen Raum; es gibt weitere Urkunden, in denen weit auseinander liegende Orte gleichzeitig genannt werden (z.B. von 1020, in der Gladbeck mit Heumar genannt wird); die Abtei Deutz besaß später
"umfangreichen und auffälligen Besitz" im Vest Recklinghausen, darunter Besitz, der zuvor dem Grafen Balderich gehörte; die Abtei Deutz übte Patronatsrechte in Buer aus - nicht jedoch in Buir.
Und vor allem: In einer Bulle des Papstes Eugen III. von 1147 bestätigt dieser der Abtei Deutz Rechte über eine Reihe von Pfarrkirchen - u.a. über jene in Eschweiler und Antweiler und nun aber über die
"ecclesiam Buron". Lueg: "Dass Buron mit unserem Buer identisch ist, wird kaum bestritten, zumal etwa 50 Jahre später (1207) Innozenz III. in einer weiteren Urkunde, die als einwandfrei
echt gilt, die ecclesiam in Buron erneut aufgeführt ist." Im übrigen sprechen archäologische Funde dafür, dass Buer schon vor 1000 besiedelt
war. Nachforschungen hätten dies ergeben. Für Buers Heimatforscher genug Gründe, 1000 Jahre Buer guten Gewissens zu feiern.
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